Pollenallergie: Allergische Rhinitis oder Heuschnupfen

Pollenallergie


Allergische Rhinitis oder Heuschnupfen

Unter Pollenallergie (Pollinosis) versteht man eine Allergie gegen den Blütenstaub
bestimmter Bäume, Sträucher, Getreide sowie Gräser und Kräuter.

Blütenpollen sind das männliche Erbgut (Keimzellen, Mikrosporen) von Samenpflanzen. Zur Blütezeit werden große Mengen an Pollen freigesetzt, die je nach Witterung und Wind auch mehrere hundert Kilometer zurücklegen können.

Eine Rhinitis (Schnupfen, Entzündung der Nasenschleimhaut) tritt als Infektion,
nichtallergische und allergische Form auf.

Die saisonale allergische Rhinitis wird umgangssprachlich auch Heuschnupfen genannt, ein Oberbegriff, der oft auch die weiteren Erkrankungen der Atemwege (Entzündungen der Nasennebenhöhlen / Sinusitis, Asthma) und Bindehautentzündung der Augen (Konjunktivitis) beinhaltet.

Symptome

Heuschnupfen-Symptome können von Mensch zu Mensch stark variieren. Häufig äußern sie sich in der Nase (Fließschnupfen, Niesen, Jucken, verstopfte Nase) und in den Augen (Jucken, Brennen, Rötung, Anschwellung von Bindehaut und / oder Lid, Tränen).

Begleitend zu den Beschwerden in Nase und Augen treten bei einigen Allergikern auch Atemsymptome auf (insbesondere Husten). Die Atemsymptome können auch auf ein sich entwickelndes Asthma bronchiale hindeuten. Einer Asthmaerkrankung sollte unbedingt frühzeitig vorgebeugt werden.

Die saisonale Rhinitis ist abhängig vom Pollenflug, der meist zwischen Februar und September auftritt.
In dieser Zeit kommt es zu wiederkehrenden Symptomen. Je nach Jahreszeit kommen unterschiedliche Pollen als Allergene in Betracht. Im Frühjahr sind die Blütenpollen von Ahorn, Birke, Eiche, Erle, Haselnuss und Ulme maßgeblich. Im Sommer handelt es sich eher um Gräserpollen und Getreide. Im Spätsommer und Herbst kommen (Un)Kräuter wie Beifuß und Brennnessel zum Tragen, aber auch die Ambrosia (Ragweed) in zunehmendem Maß.

Die Heuschnupfen-Beschwerden setzen meist am frühen Vormittag ein
und klingen dann im Laufe des Tages ab.

Pollenflug

Pollenflugzeiten können von Jahr zu Jahr variieren und sind auch je nach Region und Höhenlage unterschiedlich. In Deutschland beginnt der Pollenflug meist in den wärmsten Regionen (Baden-Württemberg, Oberrhein) und breitet sich dann bis nach Nordosten (Mecklenburg-Vorpommern, Ostsee) aus.

Auch regional gibt es Unterschiede. Die Pollenkonzentration ist auf dem Land am Tag am höchsten. In den Städten steigt die Konzentration gegen Abend an. Im Hochgebirge oder an der See ist die Belastung mit Pollen am geringsten.

Im Unterschied zum Heuschnupfen ist die perenniale allergische Rhinitis gekennzeichnet von ständigem Auftreten der Symptome. Allergene sind in diesem Fall vor allem Hausstaubmilben, Haustiersubstanzen und Schimmelpilze. Bei Kreuzallergien oder einer Allergie gegen mehrere unterschiedliche Blütenpollen können sich allergische Symptome auch im Verlaufe des ganzen Jahres zeigen.

Häufige Symptome der Pollenallergie sind

  • Fließschnupfen
  • Nießen und verstopfte Nase
  • Bindehautentzündung (Rötung, Jucken, Schwellungen)
  • Müdigkeit, Kopfschmerzen, allgemeine Antriebslosigkeit

Heuschnupfen beginnt meist im Kindesalter.
Er kann sich aber auch in späteren Lebensjahren entwickeln.

Allergene sind vor allem

  • im späten Winter, Frühjahr — Frühblüher wie Hasel, Erle
  • im Frühjahr — Birke, Buche, Eiche, Pappel
  • im Sommer — Mais, Getreide und Wiesengräser, Kräuter
  • im Spätsommer — Ambrosia

Akute Maßnahmen zur Symptomlinderung

  • Pollenvorhersage des Deutschen Wetterdienstes beachten – Pollenbelastung vermeiden
  • in leichten Fällen Mastzellstabilisatoren (Nasensprays, Augentropfen)
  • Antihistaminika (Nasensprays, Augentropfen, Tabletten) bei akuten Beschwerden
  • Antiallergika
  • Homöopathische Mittel, Schüsslersalze
  • Nasenspülung mit Salzlösung (zur Vorbeugung, vor dem Auftreten von Symptomen)

Weitere Empfehlungen

  • Stoßlüften während des Tages
  • Duschen (Haare waschen) vor dem Schlafengehen
  • Kleidung nicht im Schlafzimmer wechseln
  • Pollenfilter vor dem Fenster
  • Luftreiniger


Es ist wichtig, eine Pollenallergie konsequent zu behandeln, denn die Gefahr einer Ausbreitung der Symptome hin zu allergischem Asthma ist groß und kommt bei ca. der Hälfte der Pollenallergiker vor (Etagenwechsel). Auch können bei mäßiger Pollenallergie fortgesetzte Entzündungsreaktionen bleiben, die Allergie wird dann chronisch.

Problematisch wird es für Allergiker auch, wenn sie auf mehrere Allergene reagieren, sich das Spektrum also erweitert. Auch Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel (z.B. Birkenpollen – Kernobst) sind häufig anzutreffen.

Tipps für Pollenallergiker

Keine Bagatelle

Eine Allergie ist eine ernstzunehmende Erkrankung und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Vermeiden

Der erste Schritt ist das Vermeiden.

Den Schlafbereich frei von Pollen halten. Dazu gehört, Staubsaugen mit Microfilter, abends zu duschen (Haare!),
getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer aufbewahren, zu günstigen Zeiten zu lüften, oder besser noch:

Ein Pollenschutzgitter vor dem Fenster sollte rechtzeitig vor Pollenbeginn installiert werden –dann kann es zu einer deutlichen Entlastung
für Betroffene führen. Empfehlenswert sind Pollenschutzgitter im Spannrahmen mit ECARF-Qualitätssiegel (Fachhandel).

Pollenflugvorhersagen der Wetterdienste beachten.

Zeiten der Abwesenheit - die Pollensaison zu einem Aufenthalt an der See oder im Gebirge nutzen. Falls dies nicht möglich ist,
den Aufenthalt im Freien einschränken und auf Indoor-Aktivitäten ausweichen (Fitness-Studio, Hallenbad).

Rauchen vermeiden. Luftschadstoffe reizen die Schleimhäute und haben noch keine Allergie gelindert.

Vorsicht vor Kreuzallergien

Manche Pollenallergiker reagieren auch auf Äpfel, Möhren, Nüsse. Klarheit kann hier eine Allergie-Diagnose bringen.

Lindern

Verschiedenste Maßnahmen und Mittel kommen hierfür in Betracht. Wir beraten Sie gerne!

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